Donnerstag, 31. Juli 2008

Zither-Partie in Helsinki

Nun sind wir im Süden Finnlands und geniessen die warmen Sonnentage in Helsinki. Die Nächte werden wieder dunkler und die Mücken und Knots sind in Schweden geblieben. Ein Teil von uns bleibt wohl auch immer in Skandinavien; ob Norweger, Schweden oder Finnen, es sind alles sehr nette, hilfsbereite Menschen. Wirklich schade, sprechen wir nicht die verschiedenen Sprachen der Länder die wir momentan durchreisen.
Im Moment sitze ich vor dem Denkmal von Alexander II. und schreibe am Text dieses Blogs, und Adeline musiziert auf der anderen Seite des Denkmals. Sie spielt Schwyzer-Zither und ist für viele Touris (vor allem Japaner) ein schönes Fotomotiv. Und nebenbei gibt's noch ewas Kleingeld, gut für unsere Reisekasse.
Ich durfte meinen Teil noch in Schweden beisteuern, natürlich mit Hochdruckreinigungen, Dächer und so.


Pastis, der alte Schwerenöter hinterlässt ein gebrochenes Hundeherz in Schweden zurück, wie in fast allen anderen Orten wo wir länger campierten. Er ist schon ein echter Franzose.


Morgen, 1. August, 11.30 Uhr verlassen wir Skandinavien mit der Fähre Viking XPRS, 185 Meter lang, 27,7 Meter breit und ziemlich hoch, nach Tallin (Estland). Wir freuen uns auf neue Erlebnisse, neue Eindrücke und neue Menschen.
So möchten wir uns noch bei Paul und Gabi Keller für Ihre Gastfreundschaft, das Leatherman und den Counter bedanken (Grüsse auch an Laila und Kiara).
Und Gabi Lienhart (Löwenherz) mit ihren Schlemmereien und Desserts, Daniel Häggström mit seiner Gitarre (The Guitarman from Sorsele), euch werden wir nie vergessen.
(auch diesmal freuen wir uns wieder über eure Kommentare)

Dienstag, 15. Juli 2008

Mücken, Knots und helle Nächte....

Sorsele, unser erstes Ziel in Schweden haben wir erreicht. Ein verschlafenes Dorf auf der Hauptroute von Schweden zum Nordkap. Zwei Tankstellen, eine Pizzeria die meistens geschlossen ist und weder Wein noch Bier ausschenkt. Eine Bank, ein Hotel, zwei Lebensmittelgeschäfte, Touristeninformation und Werkzeugladen sind auch vorhanden. Und es hat auch einen SystemBolag (Schwedischer Alkoholladen). Der älteste Teil des Dorfes liegt auf einer Insel im Vindelälven, dem Fluss der die Landschaft prägt. Langsam und träge fliesst hier das Wasser in Richtung Süden, doch weiter oben im Norden zwängt er sich durch enge Schluchten und wird zum reissenden Wildwasser.
Herzlich wurden wir von unseren Freunden die wir besuchten, empfangen. Die Freude war gross, sich nach vielen Jahren wieder zu sehen. Wir bekamen viele Tips von guten Angelplätzen und wunderschönen Orten zum Campieren.

Aber auch andere freuten sich über unser kommen. Die Mücken, es sind kleine lästige Blutsauger die einem stechen, nerven und juckende, rote Stellen hinterlassen. Noch schlimmer sind die Knots, eine Fliegenart mit kleinen fiesen Scheren als Kauwerkzeug, sie fressen sich durch die Haut bis sie an dein Blut kommen, erst dann spürst du sie (gelobt sei dem Antibrumm, Amen).
Fürs erste wollten wir unsere Freunde nicht zu sehr strapazieren und gönnten ihnen eine Pause von uns. So machten wir einen Abstecher zum Punkt 71Grad 10Minuten 21Sekunden, das Nordkap. Die nördlichste Stelle Europa´s Festland. Eigentlich ist dies nicht ganz richtig, denn das Nordkap befindet sich auf einer Insel, und man erreicht es durch ein 6,9 km langes Tunnel, das 212 Meter unter dem Meer durchgeht, mit einer Steigung von 9-10%. Strieli musste ganz schön schuften.
Die Fahrt dahin, durch Schweden, Finnland und Norwegen ist faszinierend und abwechslungsreich. Von den dichten Wäldern Schwedens und Finnlands über die kargen Hügellandschaften Norwegens. Nur schon das überschreiten des Polarkreises ist etwas spezielles und man sollte, so sagt man, den Polarkreis rückwärts überschreiten. Denn wenn man es nicht macht, lässt einem der Norden nie mehr los...!!!

Montag, 23. Juni 2008

Hej.....hejhej

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Nach einer aufregenden Fahrt durch die wilde Autobahnlandschaft von Deutschland erreichten wir nach zwei Tagen Fehmarn-Puttgarden.
....Auf der Höhe Karlsruhe überholte uns ein Mercedes mit Anhänger saumässig schnell, auf dem Anhänger eine Matratze (Bicoflex oder so). Unser Gedanke: "die hält nicht richtig, die fliegt irgendwann weg." Fünf Kilometer weiter überholt uns ein LKW mit rasantem Tempo, Roland konzentriert sich, achtet gebannt auf den Auflieger wie er an unserer Führerkabine vorbeizieht. "Wenn er an uns vorbei ist, gebe ich dem Fahrer das Zeichen mit der Lichthupe, dass er wieder einbiegen kann." Es ist soweit, Roland lässt die Schweinwerfer aufblitzen, der Laster reagiert nicht. Wir schauen wieder nach vorn und wissen jetzt wieso der Laster nicht einbiegt!!!!! Oh Schreck, da liegt mitten auf unserer Fahrspur eine Matratze (Bicoflex oder so)! Ein gekonntes Ausweichmanöver auf den Pannenstreifen und wieder zurück auf die Fahrspur, rettet der Matratze und dem herbeieilenden Matratzenbesitzer das Leben.....
Die Fähre von Fehmarn-Puttgarden brachte uns dann sicher und heil nach Dänemark. Von wo aus es logischerweise nach Schweden ging. Hier in Schweden, genauer gesagt in Sorsele, etwa hundert Kilometer südlich vom Polarkreis, wollen wir einen Freund und eine Freundin aus jungen Jahren besuchen.
Nun sind wir in ein einem Land, dass uns schon seit langem faszinierte, mit den riesigen endlosen Wäldern, den unzähligen Seen und Mücken und dem saumässig teurem Alkohol!!!!
Wir wollen euch nicht länger mit unseren langweiligen Geschichten belästigen, sondern mit einigen schönen Bildern belohnen.



Dienstag, 6. Mai 2008

Stillstand

Der Tachometer und die Räder von Strieli haben sich seit dem 8. März nicht mehr bewegt und wir alle, Lini, Roli, Pastis und Strieli freuen sich auf den 5. Juni. Bis dahin sollten wir alle wichtigen Papiere für unser Raubtier beisammen haben, damit wir ohne Probleme in Schweden einreisen können. In der Zwischenzeit machen wir uns nützlich und verdienen etwas dazu, um unsere Reisekasse aufzustocken. Es war schon sehr teuer bis jetzt und Schweden soll auch nicht gerade billig sein.
Adeline jobbt im Service und Roland pflegt fremde Wohnmobile.



FORTSETZUNG DER WAHREN GESCHICHTE
Als die Gestalt nur noch zwei Meter von uns entfernt war, konnten wir seine Augen sehen. Kleine Schlitze in denen die blaugrünen Pupillen hämisch glitzerten, boshaft und verstohlen zogen sie uns in ihren Bann. Ein ungepflegter, struppiger Bart und Schnauz verdeckte fast den Rest seines runzligen Gesichts.
Was macht diese eigenartige Person, um diese Zeit hier draussen am Stausee? Das nächste Dorf liegt weit entfernt, sicher zwei bis drei Stunden Fussmarsch. Und so wie der sich bewegt, mit seinem abgemagerten und ausgemergelten Körper, hätte er sicherlich doppelt solange, dorthin zu kommen. Mit einem freundlichen "Olla" begrüssten wir den Fremden, wir sind ja in Spanien und da macht man das so! "Hallo" erwiderte der Fremde, "seid Ihr ganz allein hier draussen?" Adeline antowrtete mit einem klaren "Ja" und sah mich verwundert an, eine dämliche Frage, dachten wir.Es ist ja weit und breit niemand sonst zu sehen. "Habt ihr denn keine Angst an so einem abgelegenen Ort?" Seine Stimme klang plötzlich anders, bedrohlich und einschüchternd. Es lief uns kalt den Rücken runter. Der Wind blies einige Nebelfetzen über den See, direkt zu unserem Lagerplatz, eine gespenstische Stille machte sich breit.
Erst jetzt bemerkten wir, dass der Mann mit seiner verlotterten und schmutzigen Kleidung, perfekt Deutsch sprach. Mahnend hob er seinen rechten Zeigefinger, "dreiundzwanzig.......ja genau, dreiundzwanzig Camper" sagte er und machte eine kleine Pause, die er mit eiinem tiefen Seufzer unterbrach.
"Was ist mit denen?" fragte ich.
Er antwortete, fast flüsternd und schaute sich immer wieder links und rechts über die Schulter, als ob ihn jemand verfolgt hätte. "Dreiundzwanzig Camper wurden letztes Jahr an diesem Stausee überfallen und ausgeraubt."
Adeline schaute mich völlig entsetzt und mit weit aufgerissenen Augen an!!! Der greise, verlotterte Mann bäumte sich vor uns auf und seine Stimme bebte beinahe "....und drei davon wurden auf grauenvolle und brutale Weise umgebracht!"